Archiv

Autor-Archiv

Feuer mit Feuer bekämpfen

Anlässlich ihres 60. Geburtstages im Sommer dieses Jahres wird die BILD-Zeitung kostenlos an alle deutschen Haushalte verteilt. Man muss dafür nichts weiter tun, die Zeitung wird einfach in den Briefkasten geworfen, ganz unbürokratisch. Doch eben hier liegt das Problem: Da man nicht gefragt wird, ob man die BILD überhaupt haben möchte, bekommt man sie davon unabhängig.

Mir persönlich ist das egal. Und so habe ich zwar nicht ganz gleichgültig, aber auch nicht sonderlich interessiert zur Kenntnis genommen, dass die BILD sich uns zu ihrem Geburtstag selbst schenken will und dass viele Leute in teutschen Landen etwas dagegen haben und versuchen, den Einwurf in den eigenen Briefkasten zu verhindern. Mir fehlt dafür der sportliche Ehrgeiz. Da eine Wiederholung überdies nicht zu besorgen ist, halte ich die unmittelbare Beförderung der BILD ins Altpapier für den besten Weg.

Wenn ich nun aber per anonymer Rundmail mit diesem Thema konfrontiert werde, fühle ich mich belästigt. Genau das ist heute geschehen. Eine mir völlig unbekannte Person hat mir an jene E-Mail-Adresse geschrieben, die im Impressum dieses Blogs steht, und mir freundlicherweise einen Link geschickt, unter dem ich mich angeblich gegen die BILD-Aktion wehren kann. Ob das wahr ist, weiß ich nicht. Vielleicht handelt es sich auch um den Versuch, Schadsoftware auf meinem Rechner zu installieren. Ich habe den Link darum nicht angeklickt. Dem Wort „Gruesse“ nach zu urteilen, stehen dem Absender der E-Mail auf seiner Tastatur weder Umlaute noch ein ß zur Verfügung.

Apropos ß: Ich spreche diesen Buchstaben wie „Eszett“ aus. Vor rund 15 Jahren habe ich meine damalige Anschrift einem Österreicher telefonisch diktiert: Goßlerstraße. „Mit Esszett“, wie ich sagte, unter anderem um eine Verwechslung mit der begrifflich näher liegenden Goslarstraße zu vermeiden (die Stadt Goslar kennt jeder, Gustav von Goßler kennt niemand). Die Post hat sich dann ihren Teil gedacht und die an die „Goszlerstraße“ adressierte Sendung freundlichst zugestellt, obwohl es eine solche Straße in ganz Deutschland nicht gibt. Merke: Österreicher und einige andere, die der deutschen Sprache nicht vollständig mächtig sind, sagen nicht „Eszett“, sondern „scharfes S“. Und so sehr es mir auch widerstrebt, das zuzugeben: Fürs Buchstabieren ist das sogar besser.

Was gesagt werden muss

2012/04/09 5 Kommentare

Die Causa Günter Grass möchte ich zum Anlass nehmen, mich zum Themenkomplex Nahostkonflikt und Antisemitismus zu äußern:

1. Es muss erlaubt sein, den Staat Israel zu kritisieren, und es ist auch erlaubt. Die israelische Politik wird nirgendwo kontroverser diskutiert als in Israel selbst. Auch in Deutschland ist Israel-Kritik kein Tabu. Unzählige Beispiele beweisen, dass die meisten der selbst ernannten Tabubrecher ein Recht auf Meinungsäußerung in Anspruch nehmen, das ihnen niemand streitig machen will. Die Bundesregierung etwa bezieht klar Stellung gegen Israels Pläne, den Iran anzugreifen, und niemand wirft ihr Antisemitismus vor.

2. Ein Großteil dessen, was der äußeren Form nach Israel-Kritik sein soll, ist in Wahrheit nichts anderes als kaschierter Antisemitismus. Dieser Verdacht liegt insbesondere dann nahe, wenn sich jemand einen feuchten Kehricht für die zahlreichen Kriege und Menschenrechtsverletzungen auf der Welt interessiert, aber beim Thema Nahostkonflikt zum leidenschaftlichen Kämpfer gegen das zionistische Unrecht aufschwingen will.

3. Nicht jede Israel-Kritik ist antisemitisch motiviert. Im Einzelfall hat die Unschuldsvermutung zu gelten. Wer den Vorwurf des Antisemitismus nicht beweisen kann, sollte ihn auch nicht erheben. Im Fall von Günter Grass sehe ich einen solchen Beweis in keiner Weise geführt.

4. Deutschland sollte sich bei den Themen Israel und Judentum locker machen. Viele Juden teilen diese Meinung, sowohl in Deutschland als auch in Israel als sicher auch in anderen Ländern. So wirbt etwa der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland Avi Primor in einem Buch für ein weniger verkrampftes Verhältnis zwischen Deutschland und dem Judentum.

5. Günter Grass‘ „Gedicht“ ist weder ein lyrisches Meisterwerk, noch führt es irgendwelche neuen Gedanken oder Aspekte ins Feld. Es ist allgemein bekannt, dass Israel mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit über Atomwaffen verfügt. Das von Grass behauptete

allgemeine Verschweigen

gibt es schlichtweg nicht. Oder woher hat unser Nobelpreisträger sein Wissen? Jedenfalls mir war nur eines neu, was Grass geschrieben hat, nämlich dass wir demnächst ein U-Boot nach Israel liefern werden. Das kann man genauso schlimm finden wie jede andere Waffenlieferung ins Ausland auch. Der Tod ist wahrlich ein Meister aus Deutschland, denn bei den Rüstungsexporten spielen wir in der ersten Liga. Indem Grass allerdings zwischen den Zeilen suggeriert, Israel wolle

allesvernichtende

Atombomben dorthin lenken,

wo die Existenz einer einzigen Atombombe unbewiesen ist,

manipuliert er seine Leser: Die Behauptung, Israel plane, den Iran auszulöschen, ist nicht mehr bewiesen, als dass der Iran nach Nuklearwaffen strebt. Israel spricht öffentlich von einem Angriff auf iranische Anlagen zur Herstellung von Atomwaffen, nicht von einem Angriff mit Atomwaffen. Ich sehe keinen Grund für die Annahme, Israel wolle den Iran vernichten. Unbewiesen ist diese (von Grass allerdings auch nicht expressis verbis aufgestellte) Behauptung allemal.

6. Selbst wenn Israel der böseste Okkupator der Welt wäre, ein völker- und menschenrechtswidrig handelnder Verbrecherstaat der übelsten Sorte, müssten der Iran und andere Gegner Israels nicht zwingend harmlos sein. Derzeit wird vielfach davon gesprochen, dass der iranische Staatspräsident Ahmadinedschad entgegen sich hartnäckig haltender Gerüchte nie gefordert habe, Israel von der Landkarte zu löschen (das schon lange bekannte Problem einer Zitat-Übersetzung). Daran erschöpft sich die Beurteilung dann vielfach. Als würde sich Ali Chamene’i, das iranische Staatsoberhaut, nie ähnlich geäußert haben; als habe Ahmadinedschad seinen bedrohlichen Israel-Hass anders nie ausgedrückt; als würde es die absurde Holocaust-Konferenz im Iran im Jahre 2006 nicht gegeben haben.

7. Es ist falsch und schlecht, die Welt in Gut und Böse einzuteilen. Weder Israel noch der Iran noch Deutschland noch irgendein anderes Land in dieser Welt oder irgendein Mensch in derselben ist einfach nur gut oder einfach nur böse. Im Nahostkonflikt verbietet sich eine derart simplifizierende Betrachtungsweise allemal. Sie ist nicht nur ungerecht, sondern bringt auch keinerlei Erkenntnisgewinn und trägt zur Lösung der Konflikte nichts bei.

8. Jedermann hat alles Recht, gegen die israelische Siedlungspolitik, gegen einen israelischen Angriff auf den Iran und gegen allerlei sonst zu protestieren, was mit Israel und dem Nahostkonflikt zusammenhängt. Grundlage dieses Protestes sollte aber eine von Sachkenntnis getragene und differenzierte und faire Betrachtung sein. Die gibt es meiner Meinung nach viel zu selten.

Geschützt: Veni, vidi, vici

2012/04/07 Auch die Kommentare sind durch das Passwort geschützt.

Dieser Artikel ist durch ein Passwort geschützt.
Um ihn anzusehen, trage es bitte hier ein:

Kategorien:Privates

Περί αναλογικότητας της αμυντικής πράξης

2012/04/06 1 Kommentar

Im Juni feiert mein Blog seinen zweiten Geburtstag. 42.000 Zugriffe hat es seither verzeichnet. Das ist nicht eben das, was man im Internet einen großen Erfolg nennen kann. Ich habe mich allerdings auch nie um die Zugriffszahlen geschert. Wenn sie einmal nach oben schnellen, freue ich mich. Wenn sie es aber nicht tun, kümmere ich mich nicht weiter darum. Ich schreibe, was ich gerade schreiben möchte. Weder versuche ich, Leser zu akquirieren, noch ist mir daran gelegen, die Wünsche einer bestimmten Zielgruppe zu befriedigen.

Mein Blog hat auch gar keine Zielgruppe. Da mein Privatleben für andere uninteressant ist und mein Blog im Übrigen kein bestimmtes Thema hat, gehe ich davon aus, dass sich die Zahl meiner Stammleser in Grenzen hält. Dann und wann stoßen aber Menschen auf mein Blog, die im Internet nach bestimmten Themen suchen. Hierüber freue ich mich, denn es besteht die Chance, dass diese Menschen sich für das, was ich geschrieben habe, wirklich interessieren.

Noch mehr freue ich mich allerdings über Verlinkungen, wenn also irgendwo in den unendlichen Weiten des WWW jemand etwas schreibt und als Quelle oder Lektüre-Tipp auf einen meiner Blogbeiträge verweist. Zuletzt wurde ich heute Abend mit einem solchen Link beehrt. Ob allerdings die Aussage:

Es mangelt leider in der BRD zum einen an genügend scharfer Beamtenhaftung, zum anderen an einem seinen Namen verdienenden Staatshaftungsrecht.

geschrieben in einem Forum für Erwerbslose, das ist, was ich mit meinem Blogeintrag zum Thema Staatshaftungsrecht sagen wollte, lasse ich einmal offen. Indes behauptet derjenige, der mich verlinkt, dergleichen auch nicht. Er scheint meinen Artikel mehr als eine Art Lexikoneintrag zu verstehen, eine Definition von „Staatshaftungsrecht“.

Geradezu spektakulär fand ich den Link, den ein Blogger am 13.03.2012 setzte. Unter dem Titel „Περί αναλογικότητας της αμυντικής πράξης“, was wohl in etwa so viel heißt wie „Die Verhältnismäßigkeit der Notwehrhandlung“, referierte ein Jurist aus Athen über Fragen der Notwehr, vollständig in griechischer Sprache, versteht sich, und verlinkte dazu meinen Artikel mit dem Titel „Populärer Rechtsirrtum: Notwehr muss verhältnismäßig sein“. Da mein Griechisch ein wenig eingerostet ist (um ehrlich zu sein kenne ich nur „Tsatsiki“), habe ich den Juristen gefragt, was er da eigentlich geschrieben habe. Und dies antwortete er mir:

Hallo CM! Herzlich Wilkommen, Grüße aus Athen!

Es Geht um die (Nicht-) Verhältnismässigkeit der Notwehrtat im griechischen Strafrecht, genauso Wie in Deutschland.

Vor Einigen Wochen Hut Ein Extremrechtspolitiker vorgeschlagen, Die Burger sollten frei sein, in Notwehr Einbrecher einzuschiessen.

[Sind Neuwahlen unmittelbar bevor! ]

Ich Versuchte auch meine knappe Leserschaft zu informieren, dass. es nichts Neues und Besonderes Stern in diesem vorschlag is also alles schön und geltendes Recht Lange IST. Es handele Sich um keine Dabei-griechische Besonderheit, Die Lage SEI schnell identisch available in Deutschalnd.

Das Größte Problem bzw. Die Juristische Sehenswürdigkeit DAMIT SEI vielmehr sterben Strenge Bindung der Polizisten einen Würfel Verhältnismässigkeit, WENN available mit der Notwehrtat zB Eine Vergewaltigung zu hindern IST.

War übrigens ICH Ein bisschen beunruhigend finde …

[Erlauben she Eine Frage: Ich halte sterben Verurteilung im Siriusfall ALS FALSCH. Meinen she wurde darüber?]

Bis Das nächste Link!

Irgendwie bin ich froh, dass ich rund zwei Wochen zuvor hier im Blog zur Solidarität mit den Griechen aufgerufen hatte. Ich darf nun hoffen, dass es Griechen gibt, die das zur Kenntnis nehmen und nicht oder nicht mehr denken, dass alle Deutschen so ticken wie die BILD und der FOCUS.

Kategorien:Allgemein Schlagworte: , ,

Ostersonntag: viel DUDEN für Word zum halben Preis

Gestern habe ich Microsoft Word hier im Blog unter anderem für seine Rechtschreib- und Grammatikprüfung und für seinen Thesaurus gelobt. Dieses Lob bedarf einer Präzision: Die Rechtschreibkontrolle taugt in erster Linie dazu, Tippfehler aufzuspüren. Die Grammatikprüfung markiert auch viele richtige Sätze als falsch und verlangt dem User damit eine gewisse Toleranz ab, ferner das Verständnis dafür, welcher angezeigte Fehler wirklich einer ist, und wo die Software irrt. Und der Thesaurus ist zwar gut, aber keineswegs immer gut genug.

Für mich ist es daher selbstverständlich, diese Word-Funktionen durch einige Werke aus dem Hause DUDEN zu ergänzen: Die deutsche Rechtschreibung, Das Fremdwörterbuch, Das Synonymwörterbuch, Richtiges und gutes Deutsch, Das Stilwörterbuch sowie Das große Buch der Zitate und Redewendungen.

All diese Bücher liegen mir digital vor und lassen sich mit einem Programm namens Duden-Bibliothek (formerly known as Office-Bibliothek und zuvor als PC-Bibliothek) unter einer einzigen Benutzeroberfläche vereinen. Dann kann man sie etwa noch um weitere Werke wie das Fachlexikon Recht von Alpmann und Brockhaus, den Brockhaus in Text und Bild Edition 2002 und die e-Taschenwörterbücher Deutsch/Englisch und Englisch/Deutsch von Langenscheidt ergänzen. Die Duden-Bibliothek ist für Windows, Mac, SUSE, Fedora und Ubuntu erhältlich.

Diese digitalisierten Nachschlagewerke müssen nicht teuer sein. Zwar habe ich mich Die deutsche Rechtschreibung etwa 20,00 Euro kosten lassen. Für Richtiges und gutes Deutsch aber habe ich inkl. Versand (der gebrauchten CD-ROM) bei Amazon nur 6,00 Euro bezahlt. Und Das große Buch der Zitate und Redewendungen lag irgendeiner Zeitschrift bei.

Word lässt sich aber auch selbst aufrüsten, etwa mit der Software Die Duden-Rechtschreibprüfung für Microsoft Office. Dieselbe wurde mir jüngst von einem Lektor empfohlen, also von jemandem, der von Berufs wegen beurteilen kann, ob das Produkt etwas taugt oder nicht, und dessen Beurteilung sehr positiv ausfällt. Die offizielle Produktbeschreibung liest sich jedenfalls ganz fantastisch:

Rechtschreibprüfung, Stilprüfung, Worttrennung und Zeichensetzung in einem, dazu den Duden-Thesaurus und das Standardwerk zum Nachschlagen als elektronisches Wörterbuch.

Mit 19,95 Euro ist diese Software sicher nicht überteuert. Und Ostersonntag 2012 kann man sie sogar für nur 10,00 Euro zum Download bestellen. Ich werde das tun und gebe diesen Hinweis hiermit gern weiter.

Geschützt: Der Kishon unter den Leben

2012/04/05 Auch die Kommentare sind durch das Passwort geschützt.

Dieser Artikel ist durch ein Passwort geschützt.
Um ihn anzusehen, trage es bitte hier ein:

Kategorien:Privates

Geschützt: Alles fließt

2012/03/31 Auch die Kommentare sind durch das Passwort geschützt.

Dieser Artikel ist durch ein Passwort geschützt.
Um ihn anzusehen, trage es bitte hier ein:

Kategorien:Privates

Hörbücher? Audible!

Im vergangenen Jahr habe ich Freundschaft mit Hörbüchern geschlossen. 40 Werke umfasst meine Bibliothek: von Edgar Allan Poe, Umberto Eco, Franz Kafka, Walter Moers, Victor Hugo, Michael Crichton, Patrick Süskind, Ken Follett, Stieg Larsson, Oscar Wilde und einigen Autoren mehr und ganz besonders viele Bücher von Stephen King (dem ich einen eigenen Blogeintrag zu widmen gedenke). Alle Hörbücher habe ich bei Audible erworben, dessen Angebot ich meinen geneigten Lesern nun darstellen und empfehlen möchte.

Audible, das zu Amazon gehört, bietet seine Hörbücher ausschließlich zum Download an. Dabei kommt ein eigens entwickeltes Dateiformat mit DRM-Technik zum Einsatz. DRM steht für Digital Rights Management und bedeutet, dass der Kunde sein Hörbuch nicht mit jedem beliebigen Gerät und nicht mit jeder beliebigen Software abspielen kann. Das Gerät, zum Beispiel der Computer oder der MP3-Player, muss einmalig aktiviert werden. Wurde eine bestimmte Anzahl von Geräten aktiviert (ich glaube, es sind fünf), so muss eines der Geräte deaktiviert werden, bevor ein weiteres Gerät aktiviert werden kann.

Das ist auf der einen Seite anachronistisch. Selbst die Musik-Industrie hat sich von der DRM-Technik weitgehend verabschiedet. Es ist auf der anderen Seite aber auch nicht sonderlich tragisch. Die Aktivierung ist ein einmaliger Vorgang, der nur wenige Sekunden dauert. Und wenn Geräte deaktiviert werden müssen, ist auch das durch einen Anruf bei der Hotline schnell erledigt. Audible will sich vor Raubkopien schützen, und mag man über die Methode auch streiten können, so ist doch jedenfalls das Ziel ganz legitim. Und immerhin: Jedes Hörbuch lässt sich auch als Audio-CD brennen, die dann auf jedem CD-Player abgespielt werden kann, ohne Aktivierung, versteht sich.

Brennt man die Hörbücher nicht auf CD, kann man sie etwa mit iTunes oder dem hauseigenen Player von Audible hören, den es für Windows und für MacOS gibt. Auch iPod, iPad, iPhone und diverse Kindles sind geeignet. Ich selbst nutze Audible mit meinem Smartphone, das wie wohl alle Android-Geräte voll kompatibel ist. Die (kostenlose) App ist schnell installiert, der Download der Hörbücher erfolgt direkt auf das Handy. Je nach verfügbarem Speicherplatz kann man zwischen einer hohen und einer niedrigen Audioqualität wählen.

Derzeit hat Audible über 50.000 Titel im Angebot. Davon ist etwa jeder dritte oder vierte auf Deutsch. Die meisten Hörbücher gibt es natürlich in englischer Sprache. Auch Französisch und Spanisch werden bedient.

Im gewissen Sinne ist Audible konkurrenzlos. Denn einige der Werke sind exklusiv nur bei Audible erhältlich, genauer gesagt nur für Audible-Abonnenten (dazu gleich mehr). So kann man etwa „Der dunkle Thron“ von Rebecca Gablé für rund 30,00 Euro als CD im Handel oder für rund 20,00 Euro als Download bei diversen Anbietern im Internet kaufen, aber nur in gekürzter Fassung, kaum mehr als 15 Stunden lang, während das ungekürzte Hörbuch, dessen Spielzeit bei 35 Stunden liegt (20 Stunden mehr!), nur von Audible angeboten wird. Und Stephen Kings Horror-Epos „Es“ zum Beispiel ist im Handel weder gekürzt noch ungekürzt zu haben, bei Audible aber ungekürzt.

Konkurrenzlos ist Audible auch im Preis. Das ungekürzte Hörbuch „Der dunkle Thron“ kostet gerade einmal 9,95 Euro, wie überhaupt kein Hörbuch mehr kostet als 9,95 Euro, auch nicht Stephen Kings „Es“ mit seiner Gesamtspielzeit von fast 52 Stunden. Zwar gilt dieser Preis nur für Abonnenten, während alle anderen (teilweise deutlich) mehr bezahlen müssen (und die exklusiv von Audible vertrieben Hörbücher gar nicht kaufen können). Aber in diesem einen Fall ist das Abo für den Kunden ohne jeden Nachteil. Insbesondere hat es keine Mindestlaufzeit, sondern kann monatlich abbestellt werden.

Abonnent zu sein, bedeutet bei Audible, dass jeden Monat 9,95 Euro vom Girokonto abgebucht werden. Dafür erhält der Kunde ein sog. Flexi-Guthaben, gewissermaßen einen Gutschein für ein Hörbuch. Dieses Guthaben verfällt nicht, solange das Abonnement besteht, und kann jederzeit gegen ein beliebiges Hörbuch eingetauscht werden. Ist das Flexi-Guthaben verbraucht, kann eine beliebige Anzahl von Hörbüchern hinzugekauft werden, und jedes kostet (maximal) 9,95 Euro.

Diese etwas verwirrende Preispolitik hat zur Folge, dass es keinen einzigen Grund gibt, für ein Audible-Hörbuch jemals mehr als 9,95 Euro zu zahlen. Wer nur ein Hörbuch kaufen will, bestellt ein Abo, tauscht sein Guthaben gegen das Hörbuch ein und kündigt das Abo wieder. Wer zwei Hörbücher haben will, tauscht sein Guthaben gegen das erste Hörbuch ein und kauft das zweite für (maximal) 9,95 Euro hinzu; dann kündigt er das Abo wieder. Und so geht das auch mit fünf, zehn, 20 und 50 Hörbüchern. Wer wie ich viele Hörbücher konsumiert, für den gibt es natürlich keinen Grund, das Abo immer wieder zu bestellen und zu kündigen. Es ist dies aber unproblematisch möglich.

Die einmal gekauften Hörbücher bleiben lebenslang im Audible-Konto erhalten und können von dort aus beliebig oft heruntergeladen werden. Das gilt auch für Erwerbungen im Rahmen eines Abos, wenn das Abo beendet wird. (Nicht verbrauchtes Flexi-Guthaben verfällt allerdings mit dem Ende eines Abos, so dass es rechtzeitig gegen Hörbücher eingetauscht werden sollte.)

Audible bietet eine insgesamt komfortable Möglichkeit, schnell und sehr günstig an eine Vielzahl von Hörbüchern zu gelangen. Mir bereitet es große Freude. Probiert es doch auch einmal!

Kategorien:Allgemein Schlagworte: , ,

Morus & ich

Heute hatte ich wieder einmal Grund, mich selbst zu verspotten. Ich ging durch den Oldenburger Morgen, als ich über Thomas Morus nachdachte: Der vielgeliebte Staatsmann und Humanist, integer, gutmütig, humorvoll und einfach sympathisch, Verfasser der Utopia; auch er, so dachte ich mir, hat Menschen verfolgen und töten lassen, auch er, so dachte ich, ist kein Heiliger. Genau das ist Morus aber sehr wohl und zwar seit bald 80 Jahren. Nach der Shakespeare-Geschichte wieder ein so absurder Fehlgriff; was soll nur aus mir werden?

Thomas Morus (1478-1535) war Staatsmann, Lordkanzler Heinrichs VIII., Humanist und Autor der Utopia. 1935 wurde er heilig gesprochen. 2012 dachte ich Blödsinn über ihn.

Das Känguru-Manifest

Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde. (Silvio Berlusconi)

Wer das lustig findet und noch nie vom Känguru-Manifest gehört hat, dem kann und will ich nun das gleichnamige Buch von Marc-Uwe Kling ans Herz legen: Das Känguru-Manifest. Erzählt wird die Geschichte eines Kleinkünstlers, der sein Philosophie-Studium (zwei Mal) abgebrochen hat, und seinem Mitbewohner, einem kommunistischen Känguru.

Ein Großteil der Witze gedeiht nur auf dem Boden höherer Bildung. Wer den Kategorischen Imperativ nicht kennt, kann es kaum lustig finden, das obige Zitat Berlusconi zuzuschreiben. Wer aber in der Schule aufgepasst hat, der lernt in diesem Buch, wie man andere ganz subtil als „Motherfucker“ beschimpfen kann. Ein Feuerwerk der guten Einfälle, kurzweilig geschrieben und eine erfrischende Abwechslung im deutschen Low-Level-Humor (dem ich seine Existenzberechtigung aber keineswegs absprechen möchte).

Ich selbst habe nur das Hörbuch konsumiert. Gelesen wird es von Marc-Uwe Kling höchstpersönlich, und ich kann mir kaum vorstellen, dass uns jemand dieses Werk noch ansprechender vermitteln könnte als der Autor selbst.

Übrigens ist auch die Vorgeschichte als Buch und Hörbuch erhältlich: Die Känguru-Chroniken. Soll sehr gut sein, aber da ich diese Geschichte nicht kenne, kann ich mehr dazu nicht sagen.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.